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FALL DES MONATS

MISS­VERSTÄNDNIS ZWISCHEN OBERARZT & FAMULANTIN

WAS IST PASSIERT?

Missverständnis zwischen Oberarzt und Famulantin, welche bei freier
Lappenplastik relevantes Gefäß durchtrennt.

WAS WAR DAS ERGEBNIS?

Erfolglose Lappenplastik.

WO SEHEN SIE DIE GRÜNDE FÜR DIESES EREIGNIS?

Famulantin ersetzte Assistenzärztin bei Personalknappheit.
Oberarzt überschätzte Kompetenz der Famulantin.
Unkonzentriertheit der Famulantin bei sehr lange andauernder OP.
Vermeidung: Für unerfahrene Mitarbeiter Pausen einplanen,
Kommunikation zw. Oberarzt und Famulantin verbessern.

WAS WAR BESONDERS GUT?

Famulantin wurde weiterhin in den OP gelassen, Oberarzt sieht die
Verantwortung auf seiner Seite.

WAS WAR BESONDERS UNGÜNSTIG?

Famulantin wurde Rolle zugeteilt, der sie nicht gewachsen war (sie war sich dessen nicht bewusst), keine Pausen während der OP.

WIE HÄUFIG TRITT EIN SOLCHES EREIGNIS AUF?

Unbekannt.

KAM DER PATIENT ZU SCHADEN?

Sicherer Personenschaden: Mittel

WELCHE FAKTOREN TRUGEN ZU DEM EREIGNIS BEI?

  • Kommunikation (im Team, mit PatientIn, mit anderen ÄrztInnen, SanitäterInnen, etc.)
  • Ausbildung und Training
  • Persönliche Faktoren der MitarbeiterInnen (Müdigkeit, Gesundheit, Motivation, etc.)
  • Teamfaktoren (Zusammenarbeit, Vertrauen, Kultur, Führung, etc.)
  • Ressourcen (zu wenig Personal, Arbeitsbelastung, etc.)
FALL-NR
184439
ALTERSGRUPPE
61-70
GESCHLECHT
Männlich
BEREICH
Chirurgie
KONTEXT
Invasive Massnahmen (Diagnostik / Therapie)
ORT DES EREIGNISSES
OP-Bereich
VERSORGNUNGSART
Routinebetrieb
TAG DES EREIGNISSES
Wochentag
WER BERICHTET
Andere/r Gesundheitsberuf / Berufsgruppe
BERUFSERFAHRUNG
Bis 5 Jahre

KOMMENTARE
 

Sehr geehrte Melderin, sehr geehrter Melder!

Im Ärztegesetz § 49 Abs. 5 ist geregelt, welche Tätigkeiten von in Ausbildung stehenden Studenten der Medizin unter Anleitung und Aufsicht durchgeführt werden dürfen:

Auszug aus dem Ärztegesetz §49:
(3) Der Arzt kann im Einzelfall an Angehörige anderer Gesundheitsberufe oder in Ausbildung zu einem Gesundheitsberuf stehende Personen ärztliche Tätigkeiten übertragen, sofern diese vom Tätigkeitsbereich des entsprechenden Gesundheitsberufes umfasst sind. Er trägt die Verantwortung für die Anordnung. Die ärztliche Aufsicht entfällt, sofern die Regelungen der entsprechenden Gesundheitsberufe bei der Durchführung übertragener ärztlicher Tätigkeiten keine ärztliche Aufsicht vorsehen.
(4) Die in Ausbildung stehenden Studenten der Medizin sind, sofern sie vertrauenswürdig und gesundheitlich geeignet sind, zur unselbständigen Ausübung der im Abs. 5 genannten Tätigkeiten unter Anleitung und Aufsicht der ausbildenden Ärzte berechtigt. Eine Vertretung dieser Ärzte durch Turnusärzte ist zulässig, wenn der Leiter der Abteilung, in deren Bereich die Ausbildung von Turnusärzten erfolgt, schriftlich bestätigt, dass diese Turnusärzte über die hierfür erforderlichen medizinischen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen.
(5) Tätigkeiten im Sinne des Abs. 4 sind:
1. Erhebung der Anamnese,
2. einfache physikalische Krankenuntersuchung einschließlich Blutdruckmessung,
3. Blutabnahme aus der Vene,
4. die Vornahme intramuskulärer und subkutaner Injektionen und
5. einzelne weitere ärztliche Tätigkeiten, sofern deren Beherrschung zum erfolgreichen Abschluss des Studiums der Medizin zwingend erforderlich ist und die in Ausbildung stehenden Studenten der Medizin nachweislich bereits über die zur gewissenhaften Durchführung erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad dieser Tätigkeiten verfügen.

Organisatorische Mitteilung der ÖQMED
Veröffentlichung am 05.12.2018